McNeir. Waldo F. “Traditional Elements of the Character of Greene’s Friar Bacon”. in Studies in Philology. 45(1948)
In Friar Bacon and Friar Bungay (1589) porträtiert Robert Greene mit Friar Bacon eine den Elisabethanern gut bekannte Gestalt. Der Philosoph und Wissenschaftler Roger Bacon aus dem 13. Jahrhundert war, wegen der ihm nachgesagten magischen Fähigkeiten, anscheinend bereits vorher Gegenstand von Volksbüchern und mündlichen Erzählungen geworden. Zwischen dem Theatertext und einer in einer späteren Fassung vorliegenden Romanze gibt es viele Gemeinsamkeiten. Die Gestaltung der Figur orientiert sich jedoch, darauf liegt der Schwerpunkt des Beitrags, an mittelalterlichen Ritterromanen, an Figuren wie z.B. “Merlin” oder “Maugis” (Die vier Haimondskinder). Greene vermeidet groteske Elemente, wie sie das Volksbuch kennt, beispielsweise die Überlistung des Teufels. Anstelle einer einfachen Herkunft ist “Friar Bacon” von Adel. Er steht auf einer Stufe mit Prinzen und Königen. Ebenso widerspricht seine Gelehrsamkeit der populären Ablehnung der Universitätsbildung. Er ist kein Volksheld. Die ihm zugeschriebenen Kräfte folgen ebenfalls den mittelalterlichen Vorbildern. Der Schwerpunkt liegt auf der Beherrschung des Raumes und den prophetischen Kräften der Figur. “Friar Bacon” kann Nahrung durch Magie erzeugen, Liebe beeinflussen und kriegerische Armeen paralysieren. Er erscheint als magischer Wohltäter der Menschheit, als “Guter Zauber”. Diesem Bild stehen Entwürfe wie Christopher Marlowes “Faust” oder Shakespeares “Sturm” entgegen.