Jorgensen, Paul A. “Moral Guidance and Religious Encouragement for the Elizabethan Soldier”. in Huntington Library Quarterly. 13:1 (1949/1950)
In der Renaissance gab es, betrachtet man die überlieferten Texte, ein hohes Interesse für Verhaltensnormen, das inbesondere von der “Mittelklasse” ausging. Viel Aufmerksamkeit erhielten auch Soldaten. Kriege wurde als Gegensatz zur zivilen Ordnung, als Barbarei empfunden. Als Existenzgrundlage scheinen sie, in den Augen der Zeit, zu Exzessen in Aussehen und Verhalten zu führen. Zahlungsunregelmäßigkeiten beim Sold machen die Lebensweise von Plünderungen abhängig. Kritisch werden die Rekrutierungsmethoden betrachtet. Viele Soldaten werden in den Dienst gepresst. Die frühneuzeitlichen Armeen bestehen zum großen Teil aus Trinkern und Kleinkriminellen. Diese Soldaten kennen weder Ehre noch Gesetze. Trotzdem spielen Gesetze eine wichtige Rolle bei der Disziplinierung des Krieges. Über den Erfolg dieser Maßnahmen gibt es unterschiedliche zeitgenössische Einschätzungen. Möglicherweise veröffentlichen Soldaten und Moralisten aufgrund der mangelnden Wirksamkeit Texte über angemessenes Verhalten und kriegerische Ideale. Der Beitrag bespricht nun chronologisch einige dieser Texte: Geffrey Gates The Defence of Militarie Profession (1579), Thomas Churchyard A Generall Rehearsall of Wares (1579), Barnabe Riche A Path-way to Military Practice (1587) etc. Mit Anerkennung und Lob für den Beruf des Soldaten versuchen die Autoren die Angesprochenen für die Abstellung der Laster zu gewinnen. Theologische Texte legen den Schwerpunkt auf den Zweck des Krieges. Ein gerechter Krieg rechtfertigt nahezu alle Mittel.