Weld, John. Some Problems of Euphuistic Narrative. in Studies of Philology 45 (1948)
Der Beitrag analysiert die Beziehung zwischen Robert Greenes Mamillia (1580) und Henry Wottons Courtlie Controuersie of Cupid’s Cautels (1578). Das Verhältnis beider Texte zueinander verdeutliche Greenes Art euphuistisch zu schreiben. Wottons Buch selbst ist eine Übersetzung von Jacques D’Yvers Le Printemps D’Yver (1572). In Anlehnung an italienische Novellensammlungen unterhalten sich drei Ritter und zwei Damen über die Natur der Liebe und das Unglück einiger Liebender. Greene präsentiert dagegen einen (scheinbar) konkreten Fall. Aus der Vorlage entnimmt er viele Passagen aus den Konversationen, um seine Figuren zu charakterisieren. Die Liebesdialoge werden zerpflückt und zu figurenspezifischen Aussagen. Sprachlich werden die Passagen insofern verändert, dass Greene mehr Alliterationen verwendet. Zudem scheint er Teilsätze auszubalancieren. Er bearbeitet die Vorlage syntaktisch. Weld sieht in Greenes Bezug eine deutliche Abhängigkeit des Euphuismus von italienischen questions d’armore. Wie in diesen Debatten äußern die Figuren keine individuellen Befindlichkeiten, sondern repräsentieren allgemeine Standpunkte. Gleichzeitig zeige Greenes Adaption, wie problematisch dieses Verfahren geworden ist. Die Konversation wird nicht als Ganzes übernommen, sondern in eine Geschichte übersetzt. Greene verbindet zwei verschiedene Denkweisen.