Parnell, Paul E. Moral Allegory in Lyly’s Loves Metamorphosis. in Studies in Philology. 52 (1955)
Das Stück „Loves Metamorphosis“ nimmt eine Sonderstellung in den Lyly zugeschriebenen Texten ein. Sein Erscheinungsdatum ist nicht geklärt. Es ist das Kürzeste von Allen und besitzt kein komisches Ende. Der Plot und die Figurenkonstellation weisen eine hohe Elaboration auf, was zu kontroversen Ansichten in Bezug auf den Stellenwert der Allegorie in diesen Text führte. Parnell möchte die moralische Allegorie, nicht die Anspielungen auf die zeitgenössische Politik, darstellen und ihre Komplexität nachweisen. Im Unterschied zu den Moralitys hat die Allegorie einen spielerischen Charakter. Sie ist perfekt, in dem Sinne, dass die Korrespondenz zwischen literarischer und allegorischer Ebene nicht offen gelegt wird. (Das Gegenbeispiel einer solcher Allegorie ist das Kirchenlied: Es kommt ein Schiff geladen.) Die Allegorie dominiert zudem nicht mehr das Geschehen. Statt Begriffsverhältnissen werden soziale Beziehungen gestaltet. Die Figuren könnten als Testfeld für den Konflikt zwischen abstrakten Begriffen und konkreten Situationen interpretiert werden. Der Autor geht sehr detailliert auf die Figuren und die Handlung ein. Die um Nymphen werbenden Förster zum Beispiel sind Variationen selbstbezüglicher Liebe, die nur auf die eigenen Bedürfnisse Rücksicht nimmt und dabei intellektuelle Dimensionen nicht wahrnimmt. Die Nymphen wiederum sind zur Liebe aus verschiedenen Gründen nicht fähig. Eine ist zu indifferent, eine Andere kennt nur Spott und die Dritte fühlt etwas, weiß aber nicht was.