McNulty, J.Bard. Literature as a Form of Order. in College Literature, 3:1 (1976)
Es handelt sich um das Einführungskapitel des Buches Modes of Literature, das einen anderen Blick auf die Literaturgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit werfen will. Zentral ist der Begriff des „Modus“, der die Kombination charakteristischer Themen, narrative und sprachliche Muster in einem bestimmten Zeitraum beschreibt. Der Text will keine Klassifikation vorgeben, sondern die Sensibilität für Literatur fördern. Literatur wird als Ordnung verstanden. Sie soll als ästhetische Form wahrgenommen werden. Ein Typ dieser Ordnung beschäftigt sich mit den Kräften von Helden. Es lassen sich diesbezüglich verschiedene Abstufungen vom übermenschlichem zum nichtmenschlichem feststellen. Diese Stufen sind historisch bedingt. Über welche Kräfte & Handlungsmacht ein Held verfügt, wird durch seine Zeit bestimmt, ebenso die Art der Darstellung. Kräfte von Rittern werden im Mittelalter in einer episodischen Form gestaltet und in Versen vermittelt. Unterschieden wird zwischen den Modi: romantic, high mimetic, low mimetic, ironic.
romantic: Mittelalter; Erzählmuster: Geschichte eines Helden, der eine Aufgabe bewältigen muss.; Reim und Alliteration seien typ. Gestaltungsmittel; Themen: Heilige Jugnfrauen, Loyalität / Die literarischen Anstrengungen kreisen um den phonetischen Charakter der Sprache.
high mimetic: Renaissance; Erzählmuster: tragischer Fall großer Männer; blank verse und Reime werden zur Darstellung verwendet; Themen: Argumentation und Überredung / Der Zeitraum würde durch die Erkundung des Syntaxes bestimmt.
low mimetic: 18./19. Jh.; Erzählmuster: Roman (Erzählung wäre hier zu sich selbst gekommen); Themen: Gedanken und Gefühle einfacher Menschen, Liebe zur Natur/ Literatur beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Alltagssprache.
ironic: 20. Jh.; Erzählmuster: Parodie; Prosa dominiert; Themen: Offene Fragen/ Semantik scheint das Grundproblem dieser literarischen Texte zu sein.