Howard, Jean. Theater of a City. 2007
(Synopsis d. Rez. von Mark S. Dawson, H-Albion)
Die Autorin untersucht, wie die Transformation Londons zur Weltstadt im Theater rezepiert wurde. Dabei richtet sie ihren Blick auf die Wahrnehmung sowohl positiver, als auch negativer Folgen. Der Handel, zum Beispiel, bedeutet Reichtum und wirtschaftlichen Aufschwung für die Stadt, aber zwingt gleichzeitig zur Konfrontation mit anderen Völkern und gefährdet so die eigene Identität. Der theatrale Diskurs dieser Transformation ließe sich am besten an vier Motiven der frühen „City Comedy“ studieren, an der Darstellung der Royal Exchange, der Schuldgefängnisse, der Bordelle und der Lehrstätten für Wissenschaft und höfisches Verhalten (Akademien und Ballhäuser). Diese Orte werden zu Brennpunkten des theatralen Nachdenkens über die gesellschaftlichen Veränderungen. Unter dieser Perspektive wird für ein erweiterten Begriff von „City Comedy“ geworben. Neben satirischen Gesellschaftsbildern sind auch Historiendramen zur Londoner Stadtgeschichte zu berücksichtigen. Gleichsam wird der Blick für Theatertexte neben Shakespeare geöffnet. So werden William Haughtons An Englishman for My Money und John Cookes Greene’s Tu Quoque in die Betrachtung einbezogen. Der Rezensent vermisst an manchen Stellen eine Zusammenfassung und meint, dass sich die Studie in Details verliert. Außerdem kritisiert er, dasss die Autorin ihren Schwerpunkt auf die Betrachtung der Motive als sprachliche Topoi und nicht auf ihre Darstellung in der Aufführung legt.