Summersgill, Travis L. The Influence of the Marprelate Controversy upon the Style of Thomas Nashe. Studies in Philology 48 (1951)
Der Autor möchte den literarischen Implikationen der Kontroverse um die Traktate Martin Marprelate nachgehen. Insbesondere möchte er die Frage klären, welche Bedeutung sie für die Entwicklung der literarischen Prosa hatte. Sein Interesse richtet sich auf Thomas Nashe, der zu denjenigen gehörte, die gegen die Ansichten Marprelates Stellung bezogen. Bei ihm ließe sich, nach dem Ende der Kontroverse, eine deutliche Veränderung seiner Schreibart feststellen. Marprelate steht für einen antiaristokratischen und antiintellektuellen Diskurs, der seine Heimat im englischen Puritanismus hat. Nashes Konfrontation mit diesem Diskurs führt zu einer Auseinandersetzung mit seinen Einstellungen und deren Darstellung, aus der insgesamt ein Wandel der Prosaliteratur folgt. Infolge dieses Wandels wird Literatur langsam aus dem höfischen Kontext gelöst. Die Kontroverse ermögliche einen neuen Stil, andere Einstellungen zum Publikum und zur Funktion von Literatur. Martin Marprelate ist die Figur, durch die diese Veränderungen zur Sprache gebracht werden, eine Figur, durch die sich ein neuer Prosastil manifestiert. Summersgill beschreibt die Sätze in den Marprelate-Schriften als kurz und übersichtlich gegliedert. Klarheit ist das Ziel von Marprelate, dessen Abschnitte einer logischen Ordnung folgen. Allerdings finden sich viele Wortschöpfungen, die bekannte Wörter kombinieren oder abwandeln. Zudem ist der Stil nicht frei von Emotionen. Es handelt sich um den barocken „plain style“, der rhetorisch geprägt ist, aber ein gespanntes Verhältnis zur Rhetorik besitzt.